Palantir in Deutschland: Überwachung ohne Kontrolle?

25.08.2025
Überwachung made in USA

Palantir kommt. Mit Zustimmung – und ohne Kontrolle.

Alexander Dobrindt hat kein Problem mit Palantir. „Ich habe kein Störgefühl“, sagt der Bundesinnenminister. Klingt sachlich. Ist aber ein politischer Freifahrtschein – für eine der mächtigsten Überwachungssoftwares der Welt.

Palantir ist kein Tool. Es ist ein System. Gegründet mit CIA-Geldern. Entwickelt für den Krieg gegen Terror und Kriminalität. Im Einsatz bei Geheimdiensten, Militär, Polizei.

Was Palantir macht, ist simpel: Es sammelt alles. Und verknüpft alles. Bewegungen. Kontakte. Online-Spuren. Behördenwissen. Daraus werden Muster – und Prognosen. Was früher Polizeiarbeit war, wird jetzt Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Das klingt effizient. Aber es verändert Grundrechte. In Hessen läuft das System längst unter dem Namen „Hessendata“. Der nächste Schritt? Der bundesweite Einsatz. Der Preis: Intransparenz. Abhängigkeit. Kontrollverlust. Denn die Software ist nicht nur mächtig – sie ist auch undurchschaubar.

Der Staat übergibt Analyse und Interpretation an ein US-Unternehmen mit eigener Agenda. Palantir-CEO Alex Karp nennt sein Produkt eine „Waffe der westlichen Werteordnung“. Er sagt: „Unsere Technologie macht Amerika tödlicher.“ Das ist keine Software-Vision. Das ist ein geopolitisches Bekenntnis. Also: Wer hat die Kontrolle? Wer prüft die Algorithmen? Und wem gehören die Daten? 

 

Die Frage ist nicht, ob Palantir hilft. Sondern: Ob der Staat noch weiß, wem er da seine Augen leiht?

 

Information icon

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.