
29.04.2025
ePA: Fortschritt oder Trojaner?
Seit dem 29. April hat Deutschland ein neues Gedächtnis: Die elektronische Patientenakte – automatisch angelegt für 73 Millionen Menschen. Diagnosen, Blutbilder, Medikamente, Psychotherapien – zentral gespeichert, systematisch verknüpft. Ohne Zustimmung. Nur mit Widerspruch.
Offiziell geht es um Versorgung. Tatsächlich entsteht: ein Datenschatz von historischem Ausmaß. Und wer Daten hat, macht Prognosen. Wer Prognosen macht, trifft Entscheidungen. Nicht medizinisch. Sondern ökonomisch.
KI zieht ein – still und strukturell. Schon heute testen Kassen Modelle zur Risikoberechnung. Wer wird teuer? Wer vermeidbar? Wer lohnt sich?
Was als Prävention verkauft wird, ist oft schon Selektion. Die Grenze ist schmal – und sie wird nicht diskutiert.
Noch am Tag des Starts wird eine Sicherheitslücke entdeckt. Ein Datenleck über manipulierte Zugänge. Minister Lauterbach nennt es „vorhersehbar“. Die Lücke wird geschlossen. Das Vertrauen nicht.
Denn das Problem ist nicht der Einzelfall. Es ist die Architektur. Zentral, vernetzt, algorithmisch anschlussfähig – an Europa, an Modelle, an Marktlogik.
Drei Fragen bleiben stehen: Wem gehören die Daten? Wer programmiert die Systeme, die damit entscheiden? Und wer haftet – wenn sie sich irren?
Die ePA liefert Präzision. Aber wem?